Die Vereinsgeschichte

Die IPA Landesgruppe Burgenland –von der Gründung bis zur Gegenwart

Das Burgenland, als jüngstes Bundesland der Republik Österreich, galt aufgrund seiner geographischen Lage, bedingt durch seine ca. 400 km langen Ostgrenze mit dem Eisernen Vorhang, und der daraus resultierenden mangelnden Infrastruktur noch bis vor wenigen Jahren als das „Armenhaus“ unseres Staates.
Das soll aber nicht heißen, dass die Exekutive in diesem Bundesland nicht funktionierte und es kein Zusammengehörigkeitsgefühl gegeben hat. Ganz im Gegenteil. Wir waren über Jahrzehnte hindurch das sicherste Bundesland Österreichs und können trotz der im Jahre 1989 erfolgten Grenzöffnung weiterhin eine Position im Spitzenfeld behaupten. Und das ist ein ganz besonderer Verdienst unserer burgenländischen Sicherheitsorgane. Sei es das Bundesheer, die Justiz, die Polizei, (bis 2005 auch die Gendarmerie) oder die mit 30. April 2004 aufgelöste Zollwache – unter den Beamten aller Wachkörper herrschte schon immer das beste Einvernehmen. Obwohl man bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieges Seite an Seite für die Sicherheit der Bürger in unserem Land „kämpfte“, gab es bis zum Jahre 1960 im Burgenland keine eigenständige Organisation, die die gemeinsamen Interessen der Beamten vertreten hätte Bis zu diesem Zeitpunkt wurden wir von der IPA-Steiermark „administriert“.

Gegründet von Karl Schranz

Der Name Karl Schranz, er war damals Bediensteter im Landesgendarmeriekommando Burgenland, und die Landesgruppe der IPA-Burgenland sind untrennbar miteinander verbunden.
Es ist zwar nicht mehr feststellbar zu welchem Datum und an welchem Ort die Idee zur Gründung einer eigenen Landesgruppe geboren wurde. Dokumentiert und dadurch eindeutig bewiesen ist jedoch, dass dieser Karl Schranz der Gründer unserer Landesgruppe war und am 11. Oktober 1960 bereits das zweite Mitteilungsblatt an seine IPA-Freunde versandt hat. Schranz dazu – wörtlicher Auszug:
„Manche Kameraden werden sich schon die Frage gestellt haben, ob es in einer so rastlosen Zeit, in der alles auf der Jagd nach materiellen Gütern zu sein scheint, nicht ein Wagnis ist, einer Vereinigung das Wort zu sprechen, die weder materielle Vorteile, noch Unterstützung im beruflichen Fortkommen verspricht, die keine Berufsvertretung ist und es auch ablehnt, mit einem Reisebüro verglichen zu werden, in einer solchen Zeit einer Vereinigung zu dienen, die von Mitgliedern eine selbstlose Hingabe einer Idee verlangt.
Und doch hat sich diese Idee Schritt für Schritt über den Kontinent und die Welt ausbreiten können und doch haben sich jetzt über 10 000 Polizei- und Gendarmeriebeamte aus fast allen westeuropäischen Staaten und Überseeländer dieser Assoziation angeschlossen!“.

In seinem Mitteilungsblatt informiert Karl Schranz weiter über die Tätigkeit der IPA Frankreich und schreibt, dass von den französischen Kollegen jährlich 1800 Polizei- und Gendarmeriebeamte, davon allein 300 in Paris, empfangen und auch betreut worden sind. Ein Service, das zur damaligen Zeit kaum eine Institution bieten konnte. Eine Reise oder gar ein Urlaub war für viele Exekutivbeamte in den 60er Jahren kaum leistbar. Mit Unterstützung der IPA konnten viele Kollegen auch andere Länder sowie die Arbeit der dortigen Polizei kennen lernen und zahlreiche Freundschaften knüpfen, was sich sehr positiv für die Dienstbetrieb auswirkte.

Erste Generalversammlung – Mitgliedsbeitrag S 5.-

Die erste Generalversammlung der IPA-Landesgruppe Burgenland fand am Freitag, den 23. Juni 1961, um 09:00 Uhr im Sitzungssaal des Landesgendearmeriekommandos Burgenland statt.
Die Höhe des Mitgliedsbeitrages wurde bei dieser Sitzung ebenfalls beschlossen und mit fünf Schilling (0,36 Euro) zuzüglich 30 Groschen Buchungsgebühr, festgelegt. Zur Einzahlung sollten neutrale Erlagscheine der Post verwendet werden. Da man noch über kein eigenes Konto verfügte, wurden die Beträge einstweilen auf jenes des Gendarmeriesportvereines Burgenland eingezahlt.
Obwohl die Landesgruppe Burgenland bereits seit mehreren Monaten aktiv war, gilt als offizieller Gründungstag dieser 23. Juni 1961.

Mitglieder kommen in „Scharen“

Zählte die Landesgruppe Burgenland am Gründungstag insgesamt 27 Mitglieder, so hatte sich diese Zahl bei der ersten Vollversammlung im Jahre 1963 bereits verdreifacht. Wir Burgenländer waren bereits nach nur zwei Jahren zur zweitgrößten Sektion innerhalb der IPA-Österreich geworden. Danke noch heute dem Gründer und allen Funktionären!

Tolle Feier zum 10-jährigen Jubiläum

Dieser Aufschwung hielt auch in den folgenden Jahren an und mit dem 10-jährigen Gründungsjubiläum gab es die erste Festschrift der IPA-Landesgruppe Burgenland. In den Grußworten wurden durch die Funktionäre vor allem die Aktivitäten dieser noch jungen Vereinigung der Exekutivbeamten hervorgehoben. Der damalige Landesgendarmeriekommandant, Oberst Michael Lehner, schreibt in seinem Vorwort, dass es für die Zukunft unerlässlich sein wird, zum Wohle der Bevölkerung mit den Exekutivorganen aller Länder zu korrespondieren und durch persönliche Kontakte Probleme auf kurzem Wege zu lösen. Wie recht er hatte!!
Die Feierlichkeiten zu diesem zehnjährigen Jubiläum fanden am 24. und 25. Juni 1971 in Eisenstadt statt und begannen mit einer Festsitzung im Landhaus. Das Rahmenprogramm bildete ein Empfang im Keller des Schlosses Esterházy, beendet wurde die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Mittagessen im „damaligen Gendarmenwirtshaus“ Wimmer (gibt es heute nicht mehr) in Schützen/Geb.

Präsent in den Medien

Im Jahre 1973 wurde ein neuer Vorstand gewählt und zum ersten Mal Hans Riepl zum Landesgruppenobmann bestellt. Diese Funktion hatte er mit neunjähriger Unterbrechung bis zum Jahresende 2002 inne. Unter seiner Führung „öffnete“ sich die IPA Burgenland auch nach außen und man versuchte, in den Medien präsent zu sein. Schon ein Jahr nach seinem Amtsantritt erschien in der auflagengrößten Tageszeitung Österreichs, der „Krone“, erstmalig ein Artikel, wobei unsere burgenländische Organisation vorgestellt wurde. Über internationale Kontakte wurde diese Biographie im „Nürnberger Trichter“ abgedruckt. 1973 wurde auch unser erster Gesellschaftsabend in Oberwart veranstaltet. Es war ein gelungenes Fest, zu dem auch viele Kollegen aus anderen Bundesländern kamen. Das Burgenland wurde nun – worüber wir uns besonders freuten – zusehends als Urlaubsland von Kollegen aus der Schweiz, Deutschland und Italien entdeckt. Sogar Exekutivbeamte aus den USA hatten sich als Gäste angesagt und mussten betreut werden. Dadurch wurde unsere Landesgruppe vor allem in diesen Ländern geschätzt und bald folgten Einladungen zu Gegenbesuchen.

20 Jahre Landesgruppe Burgenland – Feier mit IPA-Ball in Bad Tatzmannsdorf

Unser 20-jähriges Bestehen wurde in Oberwart und Bad Tatzmannsdorf gefeiert. Die Festlichkeiten begannen am 16. Mai 1980 mit einer Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes im Kongresssaal des Kurmittelhauses in Bad Tatzmannsdorf.
Es waren nicht nur die Kollegen des Bundesvorstandes, sondern auch zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, aus Wirtschaft und Politik, sowie viele Vertreter der Behörden und Ämter anwesend. Am 17. Mai wurde die Arbeitssitzung abgehalten und im Anschluss daran gab es einen Empfang beim Bürgermeister von Bad Tatzmannsdorf.

Den Höhepunkt dieses Jubiläumsjahres bildete der 6. IPA-Ball (war mittlerweile zu einem Fixpunkt im jährlichen Veranstaltungskalender geworden) in den neu gestalteten Sälen des Kurrestaurants. Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee brillierte bei einer von AbtInsp Michael Scharaditsch einstudierten Polonaise. Für die musikalische Umrahmung sorgte das „Kugler-Sextett“ aus St. Margarethen. Man könnte hier noch über zahlreiche weitere Veranstaltungen der letzten Jahre berichten. Doch dazu würde der Platz nicht reichen und außerdem können sich wahrscheinlich zahlreiche Leser an die vielen Aktivitäten der jüngeren Vergangenheit unserer Landesgruppe noch genau erinnern.

Aktiv bis zur Gegenwart – engagiert für sozial Bedürftige

„Servo per Amikeco – Dienen in Freundschaft“ – an diesem Leitspruch haben wir uns von der Gründung bis zur Gegenwart penibel gehalten und wollen dies auch in Zukunft tun. Freundschaft heißt für uns vor allem dann zu helfen, wenn jemand schnell und unbürokratisch Hilfe braucht. Und hier sind wir besonders engagiert. Es hat in der letzten Zeit noch keine(n) Kollegin(en) gegeben, die (der) unverschuldet in Not geraten ist, und der auf sein Ansuchen nicht zumindest mit einem kleinen Geldbetrag unterstützt wurde. Hier seien vor allem Obmann Konrad Luckenberger sowie die Kontaktstellenleiter in Oberwart und Jennersdorf, Adolf Kalchbrenner und Alfred Sach, erwähnt.

Reisen und Kontaktpflege

Gemeinsame Ausflüge haben einen festen Platz in unserer Jahresplanung. Auslandsreisen nach Sizilien, nach Turin oder Rom werden uns immer in Erinnerung bleiben. Um die Kontaktpflege zu unseren inländischen Kollegen sind wir aber ebenso bemüht. Wir besuchen gerne ihre Veranstaltungen und erinnern uns an viele schöne Stunden in den einzelnen Bundesländern. Erwähnt sei hier – um nur einige Meetings zu nennen – das 50-Jahr-Jubiläum der Landesgruppe Steiermark oder die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Landesgruppe Vorarlberg. In beiden Bundesländern waren wir im Jahr 2009 mit einer Abordnung zu Gast. In der „Grünen Mark“ beeindruckte uns besonders die Vorführung der Lipizzaner im Gestüt Piber, aus dem “Ländle“ wird uns vor allem die Fahrt mit der Sonnenkönig auf dem Bodensee sowie der Rundgang auf der Blumeninsel Mainau in Erinnerung bleiben. Wir freuen uns auch, dass wir Beiträge für Festschriften der anderen Landesgruppen verfassen dürfen und sind immer im periodischen Druckwerk Panorama präsent.

Gut gelaunte Burgenländer beim Gala-Dinner auf dem Flughafen Graz-Thalerhof

War bis in die späten 90er Jahre der Höhepunkt unserer Veranstaltungen der Ball im Kurbad Bad Tatzmannsdorf, so ist dies in der Gegenwart das Familienfest im „Lucky Town“, der kleinen Stadt des Wilden Westens, am Ortsrand von Großpetersdorf. Dort treffen wir uns im Sommer eines jeden Jahres und verbringen einen tollen Nachmittag, der für die Eltern manchmal erst in den frühen Morgenstunden endet. Da unsere Kinder in die Fußstapfen der Westernhelden Winnetou und Old Shatterhand treten dürfen, erfreut sich die Veranstaltung immer größerer Beliebtheit.

Danke für Geschenke sagen leuchtende Kinderaugen an Adolf Kalchbrenner

Eltern und Kinder freuen sich über viele Aktivitäten im Luck-Town Großpetersdorf

16. Nationaler Kongress- für viele eine bleibende Erinnerung

Bereits zum zweiten Mal (1987 in Neusiedl/See) war das Burgenland Austragungsort eines Nationalen Kongresses(7. bis 11. Mai 2008) der Sektion Österreich. Wir haben für diese Veranstaltung, die österreichweit zum 16. Mal abgehalten wurde, den Süden unseres Landes gewählt und in der Therme Stegersbach beste Bedingungen für „Arbeit und Freizeit“ vorgefunden. Eine überaus große Teilnehmerzahl sowie viele positive Rückmeldungen haben uns bestätigt, dass wir allen Besuchern ein tolles Programm bieten konnten. Für die Festsitzung duften wir den altehrwürdigen Haydnsaal im Schloss Esterházy in Eisenstadt benützen und mit einer Schlossführung verbinden. Ein Besuch in der Uhudlerregion um Heiligenbrunn, Kaffee und Kuchen in Aloisia´s Mehlspeiskuchl (bekannt als Hochzeitsbäckerin) in Badersdorf, ein „Burgenländerabend“ mit Tamborizza und Heurigenmusik in Großpetersdorf sowie ein Galaabend im Thermenhotel Stegersbach waren weitere Höhepunkte einer gelungenen Veranstaltung auf die wir als Organisatoren noch heute stolz sind.

Reger Zulauf

In den 44 Jahren unseres Bestehens können wir eine außerordentlich positive Bilanz ziehen. Dass wir sehr erfolgreich arbeiten, zeigt die stolze Zahl der Mitglieder von insgesamt 2.212 Personen (Stand September 2004). Wenn man bedenkt, dass man zur Zeit der Gründung ganze 27 Mitglieder zählte, so können wir auf diese Entwicklung sehr stolz sein.
Wir freuen uns über den Besuch unserer Home-Page – bitte blättern Sie weiter, Sie werden noch viel über die Aktivitäten der Landesgruppe Burgenland sowie über die Geschichte dieses Landes am einstigen Eisernen Vorhang, aber auch über Land und Leute dieses jüngsten Bundeslandes der Republik Österreich erfahren.

Unser Vorstand

Obmann: Konrad Luckenberger, Obmann-Stellvertreter: Franz Füzy, Kassier: Adolf Binder, Kassier-Stellvertreter: Seper Michael, Schriftführerin: Marion Somogyi, Schriftführer-Stellvertreter: Reitbauer Alexander

Unser Vorstand – bereit für die Arbeit in der IPA nach dem Leitspruch „SERVO PER AMIKECO“

Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat bei Seite – rufen sie uns einfach an oder schreiben Sie uns ein e-mail

„SERVO PER AMIKECO – DIENEN IN FREUNDSCHAFT“
Wolfgang Bachkönig
Pressereferent Landesgruppe Burgenland